Taylor Deupree

Journal

12k3010

REVIEW: DESIRE FOR AN AQUATIC LIFE (DE)

VISIT Journal ist die neue EP des 12k Gründers Taylor Deupree. Und dabei ist einiges neu. Nicht nur, dass Taylor das erste Mal während seines publizierten Schaffens seine eigene Stimme in einen Track einbindet, auch erleben wir einen weiteren Schritt ins Organische. Deupree scheint dem Verlauf seiner Alben exakt zu folgen und zeigt uns nach seinem bereits sehr organischen Glitch Album Shoals wieder eine ganz neue Seite von sich.

Journal, der erste Track der EP beginnt mit organisch klingendem Noise und ungewohnt mit Piano. Den sich wiederholenden Mustern ist Deupree auch hier treu geblieben und bindet in die sich stetig neu aufbauende Noise-Kulisse repetitive Klangelemente ein. Trotz des an sich minimalistischen Aufbaus des Stückes lebt es von seiner Dynamik und auch von Emotionalität, die Deupree meines Erachtens das erste Mal während seines Schaffensprozesses fühlbar mit einer Ästhetik verbindet, die wir sonst auch vom Post-Rock oder Shoegaze kennen. Journal ist zudem auch der einzige Track, in dem er seine Stimme einbindet (!).

Attic kommt mit Resonanz-bearbeiteten Field Recordings und erneut Piano daher. Viele Background Noises und die scheinbare Lo-Fi Aufnahme der Instrumente lassen ein Gefühl der Retrospektive entstehen, dies vermutlich gewollt, da der Name Attic ja auch genau dieses Gefühl vermittelt.

Insgesamt ist dieses Werk viel zu kurz. Man möchte gerne noch einen weiteren Einblick in den neuen Weg Deuprees werfen. Die neugewonnene und überhand gewinnende Emotionalität dieser beiden Tracks ist in diesem Genre schlicht etwas völlig neues. Brillantes Experiment und schöne Melodien und Gefühle.
Taylor Deupree
Journal