Moskitoo

Mitosis

12k1077

REVIEW: BAD ALCHEMY (DE)

Für ihr zweites Album als MOSKITOO wählte Sanae Yamasaki den Titel Mitosis (12K1077), was Zellkernteilung bedeutet. Glitchende und flirrende Klangspaltungen, gelegentlich mit keyboardistischem Duktus, dirigieren die Phantasie damit in die Mikrodimensionen, wo Chromatiden tanzen und sich DNA vervielfältigt. Einerseits. Andererseits richtet sie, mit "Astra" und "Vulpecuia", das ist das Sternbild Fuchs, den Blick auch himmelwärts. Sich wellender und zitternder Klingklang mischt Fluktuationen von Wellen und Teilchen auf einem dunkel dröhnenden Fond. Oder sie mischt ihre eigene Stimme mit ein, als mädchenhaftes oder auch geisterhaft verhuschtes Element, umzirpt von elektronischen Impülschen, die ihr insektoides, zellulares, subatomares Eigenleben führen. Bei "Vulpecula” und "Who Lives In The Skin Burn?” gibt es dann zu Lyrics auch eine akustische Gitarre bzw. eine Drummachine und Pianoloops. "Night Hike" ist ein minderjährig gehauchtes Liedchen mit Glockenspiel und zart gepickter Gitarre, "Fungi" offeriert das eigentlich schon nicht mehr nötige Aphrodisiakum, "Fragments Of Journey" ein kaum noch unschuldig zu nennendes Geschmachte von "Close to You's". Taxonomisch betrachtet, gibt es also Füchschen, Pilze und Loiitas. Wie naiv soll ich das denn hören, um mir nicht als dirty old man vorzukommen? "Astra" führt zuletzt dann doch über das Zwielicht junger Mädchenblüte hinaus in die Abgründe eines Laptops.
Moskitoo
Mitosis