Marsen Jules

The Endless Change Of Colour

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REVIEW: BAD ALCHEMY (DE)

Das ist meine erste Bekanntschaft mit Martin Juhls, obwohl der auch als Krill.Minima aktive Dortmunder seit zehn Jahren auf Autoplate, City Centre Offices, Genesungswerk, Native State, Psychonavigation etc. publiziert. Titel wie Herbstlaub (2005), Golden (2007) oder Nostalgia (2011) deuten schon hin auf einen Mann, der, wenn nicht auf Ziegen, so doch gern auf Wolken starrt, ins Blaue, auf goldene Abendänder. Gedämpfte, herbstliche Farben tönen die Skala seiner dröhnenden Orgelwellen, die er tatsächlich als Wolken quellen und driften lässt. Mit Haltetönen, die nichts festhalten können, auBer die Sehnsucht. Ein "ziehendes" Gefühl, dass das, was ist, doch harmonisch werden, harmonisch sein, harmonisch bleiben möchte. Eine Bankfassade, in der sich die Börsenkurse des Himmels spiegeln, kann da schon als Projektionsf1äche für Stillleben genügen. Um im Werden das Vergehen zu kontemplieren, um slch in heraklitschen Strömen wiedertaufen zu lassen. Um auf Wolke 9 mitzudriften, um wie in Zeitlupe auf langen Orgelwellen zu surfen. Um vielleicht in ihrem sanften Schwingen und weichen Fließen zu spüren, dass es andere und ausdauerndere Kurven gibt als die Fieberkurven des Dow Jones.
Marsen Jules
The Endless Change Of Colour