The Boats

Ballads Of The Research Department

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REVIEW: HHV (DE)

VISIT Craig Tattersall ist kein Unbekannter. Er hat als Mitglied von Hood Indiepopgeschichte geschrieben, als The Remote Viewer (zusammen mit Andrew Johnson) seinen Beitrag zum Electronica-Boom zu Beginn des letzten Jahrzehnt geleistet und mit Andrew Heargraves (Tape Loop Orchestra) als The Boats und als The Sea seit 2004 inzwischen elf Alben oder so aufgenommen. Für ihr neues Album haben sie noch den Cellisten Danny Norbury, sowie Chris Stewart und Elaine Reynolds für die Gesangsparts mit – der Spaß sei hier erlaubt – ins Boot geholt. Ballads Of The Research Department ist für mich die erste Begegnung mit The Boats. Tatsächlich kann man hier Anleihen an Hood und The Remote Viewer heraushören, wenn sich elegante Gitarrenmelodien mit feingesponnener Electronica treffen. Die durch den Einsatz von Cello und Klavier erzeugte Stimmung erinnert dann an Dakota Suite, der warme Sound der vier »Balladen« an den Postrock von Corker/Conboy, das abschließende Stück The Ballad Of Indecision, nicht nur wegen des japanischen Gesangs, an Tujiko Noriko. Reminiszenzen allesamt, die an Musik erinnern, die ihre Hochzeit vor ca. zehn Jahren hatte. Das The Boats völlig an der Zeit vorbeikomponieren, könnte man den Musikern durchaus zum Vorwurf machen. Oder aber man bewundert die Leidenschaft, mit der hier ein Sound erhalten, verbessert, neu erfahrbar gemacht wird. Mit etwas Wohlwollen: Ich bestaune das.
The Boats
Ballads Of The Research Department