Kenneth Kirschner

Twenty Ten

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REVIEW: DE:BUG (DE)

Akustische Instrumente mit dem Computer zu bearbeiten, klingt als Verfahren erst einmal nicht sonderlich ungewöhnlich. Der Amerikaner Kenneth Kirschner schafft mit diesem Ansatz dennoch unauffälig spektakuläre Klangskulpturen, die ganz für sich stehen. Aus minimalen Materialien, die auf den ersten Eindruck fast statisch wirken, schafft er mikrotonale Frequenzgeflechte mit allmählichen Verfremdungen, die ein wenig an Morton Feidman erinnern, der durch eine defekte Anlage gespielt wird. Tatsächlich ist der New Yorker Reduktionist ein wichtiger Einfluss. Kirschner hat daraus sein eigenes Idiom entwickelt, dass so stark ist, dass man beim Hören unmerklich in einen Sog hineingezogen wird, der fast psychedelisch erscheint.
Kenneth Kirschner
Twenty Ten