Marcus Fischer

Monocoastal

12k1063

REVIEW: SPEX (DE)

Oh, what a beautiful noise: Dieser bekannte Neil-Diamond-Evergreen umschreibt treffend die Klang-Idiomatik der amerikanischen Westcoast-Independent-Ambient-Szene, wie sie in ihren farbigen Schattierungen schlilert. Wobei es scheint, als hielten die Protagonisten dieser Szene nach wie vor nicht allzu viel davon, konziliantere Umgangsformen in Richtung ihrer Mitmenschen zu entwickeln — nein, man verharrt noch immer regungslos am esoterisch-tönernen Mousepad, über das sich bisweilen gedehnte Gitarrenakkorde und -glissandi aufschichten. Man bleibt also Einmannunternehmen, isoliert, so wie Elektroniker eben weitgehend ticken — nur dass es dann manchmal so klingt, als würde eine Band oder gar ein gesamtes Orchester aufspielen. Und eben diese mikroskopisch feingetunte Lo-Fi-Digitalelektronik lässt unsere Herzen so wohlig schlagen. Wie am Beispiel MARCUS FISCHER deutlich wird, der vornehmlich in Portland, Oregon, seine warmen Ambient-Texturen entwirft. Inspiriert von der Weite des Pazifikraums, ist sein Album Monocoastal (12k) eine dahindriftende Reise aus Field Recordings, die vom Rauschen der Meereswellen erzhält und dabei aus der Verfremdung des Klang selbstgebauter Instrumente und dem angenehmen Melos des Fender-Rhodes-Pianos schöpft. Fischer kreiert daraus schimmernde Etüden, aber seine Geräuschsammlung bleibt immer den Umständen entsprechend affrmativ, die Natur als Umgebung stets spürbar.
Marcus Fischer
Monocoastal