Jodi Cave

For Myria

12k1043

REVIEW: BAD ALCHEMY (DE)

Ah, schon wieder so ein feinstoffliches Wesen. JODI CAVE stammt aus der Nähe von Sheffield und verweist auf den Einfluss, den die sublime Malerei eines Yves Klein und Ad Reinhardt auf seine Klangkunst ausübte. Sein Debut For Myria (12k 1043) zeigt entsprechend monochrome und meditative Züge. 7 Electronica-Tracks variieren die feine Kunst des Dröhnens und molekularen Klickerns und Plätscherns. Fieldrecordings, Steine und Metall im Regen oder an einem milden Sommertag oder als Zeug, um daran eifrig zu schaben und zu kratzen, leuchten als Klangquellen unmittelbar ein. Bei “Untitled“ summt ein Harmonium (als „Meditationstafel“?). Das, was bei “Rara.B“ als “Vibraphon“ pingt und dongt, ist wohl eine Gitarre? Oder doch erst das Spieluhrblinken von “For Myria (Two)“? “Rara.C“ mischt dann das “schäbige“ Hantieren, ein feines Hintergrunddröhnen und die Spieluhr, die hier eine todmüde Trauermelodie tickt. “For Sine And Breath Tones“ schließlich tupft mit verkaterten Pfoten eine Bonjour-Tristesse-HalIo-Lonelyness-Melodie auf einem Keyboard. Nicht meine Tasse Tee, aber auf seine Weise liebenswert.
Jodi Cave
For Myria